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Wohnungseigentumsrecht


Die Schaffung von Sondereigentum an Gebäudeteilen in Form des Wohnungseigentums war eines der ersten Gesetzesvorhaben der Bundesrepublik Deutschland. Herausgekommen ist in Form des Wohnungseigentumsgesetzes eine komplizierte Regelung, die in mancher Hinsicht sehr unsystematische Lösungsansätze aufweist. Weil sich diese Materie nicht für eine schematische Bearbeitung in herkömmlichen Zivilrechtskategorien eignet, sah sich der Gesetzgeber sogar gezwungen, bei den Zivilgerichten eine Sonderzuständigkeit zu schaffen (etwa bei den Amtsgerichten in Form der Abteilung für Wohnungseigentumssachen).

Im Zuge der ab 1.7.2007 geltenden, umfassenden Gesetzesreform wurde diese Sonderzuständigkeit zwar formal beseitigt; bei der gerichtsinternen Fallverteilung wird aber nach wie vor berücksichtigt, dass die Tätigkeit auf diesem Rechtsgebiet besondere Kenntnisse und Erfahrungen voraussetzt. Einige Kernpunkte der vorerwähnten Reform sind neben der jetzt uneingeschränkten Geltung der Zivilprozessordnung für WEG-Verfahren u.a. die Ausweitung der Zulässigkeit von Mehrheitsbeschlüssen, die Teilrechtsfähigkeit der Gemeinschaft, die quotenmäßige Haftungsbegrenzung der Sondereigentümer sowie der Wegfall einiger für das Wohnungseigentumsrecht bisher typischer Sonderregelungen (Notverwaltung, Zustimmungserfordernis bei Veräußerung).

Auch ein Anwalt, der sich auf diesem Spezialgebiet betätigt, sollte mit dessen Eigenheiten vertraut sein und möglichst auch mit der Rechtsprechung der örtlichen Instanzgerichte, die gerade bei höchstrichterlich noch nicht entschiedenen Auslegungsfragen im Einzelfall erheblich von der Rechtsprechung anderer Gerichte abweichen kann.

Wenn eine Vielzahl von Individuen und deren unterschiedliche Interessen in einer Gemeinschaft organisiert werden müssen, resultiert daraus naturgemäß ein erhebliches Konfliktpotential. Verschärft wird dieses durch schwierige Abgrenzungsfragen beim Sonder- und Gemeinschaftseigentum.

Neben entsprechenden juristischen Kenntnissen sollte sich der Anwalt vor allem darüber im klaren sein, dass der Ansatz einer streitigen Konfliktlösung auf diesem Rechtsgebiet für den Mandanten nicht nur sehr teuer werden kann, sondern auch sehr beschwerlich, wenn der Mandant vielleicht noch viele Jahre in dieser Gemeinschaft leben muß.

Sollten Sie einen konkreten Rechtsfall haben oder allgemein an einer Zusammenarbeit interessiert sein, können Sie über die Formulare Kontaktaufnahme mit mir in Verbindung treten.